Reisefotografie – Allgemeines

Reisefotografie oder Fotografie auf Reisen

Seit wir für uns die Faszination des Reisens entdeckt haben (das liegt schon viele Jahre zurück), sind wir auch immer unserer zweiten großen Leidenschaft nachgekommen, der Fotografie bzw. Reisefotografie nämlich. Zugegebenermaßen ist es heute im Zeitalter des Smartphones ungleich einfacher, seine Eindrücke festzuhalten, als dies noch vor einigen Jahren der Fall war. Und trotzdem sind wir immer wieder erstaunt, wenn wir beobachten, dass auf Reisen allgemein sehr viel fotografiert wird, zumal nicht nur die Highlights der Sehenswürdigkeiten, sondern auch die entlegensten Gegenden schon tausendfach abgelichtet wurden. Tausende von farbigen Magazines blicken in jeden Winkel dieser Erde, so dass auch der letzte unentdeckte Stamm auf Hochglanz präsentiert wird. Was macht also die Faszination aus, auf Reisen die Kamera mehr oder weniger nicht mehr aus der Hand zu legen?

Sinn und Zweck der Reisefotografie

Wenn ich über den Sinn und Zweck der Fotografie auf Reisen nachdenke, fällt mir spontan als erstes eine alte Frau ein, die immer  dann, wenn ich sie besuchte, ihre abgenutzten Fotoalben hervorkramte und mir mit glänzenden Augen von ihren Reisen Anfang der 60ger Jahre nach Österreich, Italien oder Spanien erzählte. Beim Betrachten der Fotos fielen ihr auch immer wieder die kleinen Anektoten ein, die das Gewohnte zum Ungewohnten gemacht hatten und die ihr neue Erfahrungen über Kulturen und Lebensweisen vermittelt hatten. Mit Hilfe der Fotografie wurden also ihre Erinnerungen festgehalten und über die vielen Jahre konserviert. Das ist wohl auch für viele der Hauptgrund, warum sie auf ihren Reisen fotografieren. Das Festhalten der Erinnerungen oder Dokumentieren der Reise wird aber dann noch um eine Dimension erweitert, wenn man sich auf Grund des Fotografierens intensiver mit Land und Leuten auseinandersetzt. Das Reiseerlebnis wird ganz einfach ein anderes.

Das Ziel ist der Weg

Diesen Wahlspruch haben sich viele Reisende, besonders natürlich viele Camper oder speziell Wohnmobilfahrer auf ihre Fahne geschrieben. Und genau diese Maxime führt automatisch zu interessanteren Fotos. Sobald Erlebnisse nicht als Programmpunkte betrachtet werden, werden diese Erlebnisse auch anders wiedergegeben. Von einer Sehenswürdigkeit zur anderen zu rasen, ist nicht erstrebenswert. Wer kennt da nicht die Busreisenden, die schon auf der ersten Ausstiegsstufe Fotos machen und sofort die Umgebung unter fotografischen Dauerbeschuss nehmen.

Die Ausrüstung

Reisefotografie
Reisefotografie mit dem Smartphone

Jetzt fängt natürlich die Überlegung an: Soll ich eine hochwertige, aber auch schwere Kameraausrüstung mit auf die Reise nehmen, oder reicht vielleicht doch das Smartphone oder eine kleine, in jede Hosentasche passende Aktion- oder Kompaktkamera?
Diese Frage kann natürlich nur jeder für sich beantworten. Die  Antwort richtet sich auch ganz stark nach der „Aufgabe„, die sich der einzelne auf der Reise stellt. Jemand, der im Hochgebirge seine bergsteigerischen Fähigkeiten unter Beweis stellen will, wird eine andere Ausrüstung und anderes Zubehör nutzen, als zum Beipiel jemand, der mit dem Auto oder wie wir mit dem Wohnmobil unterwegs ist.
Bei uns ist die doch eher schwere Nikon D7000 mit diversen Objektiven einer qualitativ gleichwertigen Fujifilm Systemkamera gewichen, die auf das Gewicht bezogen einen Kompromiss zu den Kompaktkameras darstellt, aber mit der das Fotografieren einfach Spaß macht – und dieser Spaß steht bei mir immer noch im Vordergrund. Bei Kompaktkameras fehlt mir einfach die Möglichkeit des gezielten und bewussten Fotografierens, da die individuellen Einstellmöglichkeiten und Manipulationen, die dazu nötig sind, einfach nicht im gewünschten Umfang vorhanden sind. Die meisten, die das Fotografieren während einer Reise nicht nur als Erinnerungsfotgrafieren betrachten, werden wie ich auf eine Spiegelreflexkamera oder eine Systemkamera setzen.  Und dies natürlich seinen Grund. Das Verhältnis zwischen Gewicht und den fotografischen Möglichkeiten ist bei diesen Kameratypen einfach am besten. Besonders die Bandbreite der Objektive, die sowohl für Spiegelreflex- als auch Systemkameras zur Verfügung steht, gewährt ein großes Maß an Flexibilität und „Bedienen“ persönlicher Vorlieben. Dass die heutigen Kameras mit immer ausgeklügelterer Elektronik und Einstellungskomfort dazu verleiten, einfach abzudrücken, sobald auch nur ein annähernd interessantes Motiv vor der Linse zu sein scheint, wirkt sich denn auch auf die Ergebnisse aus, die man so von Freunden und Bekannten zu Gesicht bekommt.  Die Meinung, dass die Kamera allein schon das gute Foto macht, wird wohl noch eines Tages dazu führen, dass ein kamerainternes Hyperfotoprogramm die nötigen alleine Eindrücke sammelt, während wir getrost am Strand liegen bleiben. Aber das wird wohl doch noch etwas dauern. Trotz Hightech ist es derzeit immer noch so, dass das Sehen, das Erkennen des lohnenden Motivs und das Gestalten des Bildes die Grundvoraussetzungen für ein gelungenes Foto sind, die die Kameras noch nicht liefern können – und das ist auch gut so.

Reisefotografie
Reisefotografie mit kompakter Ausrüstung

Hab ich mich vor Antritt der Reise mit der (eventuell neuen) Kamera genügend auseinandergesetzt, so dass ich in den unterschiedlichsten Situationen optimale Ergebnisse erziele? Das bedeutet, dass man nicht nur die Bedienungsanleitung intensiv studiert haben sollte, sondern auch vorher schon mal üben könnte, um dann keine Überraschung zu erleben, so dass man nachher beim Sichten der Ergebnisse enttäuscht ist.
Hab ich bei meiner Packliste an alle die Dinge gedacht, die ich für meine fotografischen Vorhaben benötige? Das fängt an bei den Akkus oder Speicherkarten. In der Regel kann ich auf einer Reise nicht unbedingt noch mal schnell nach Hause fahren, um irgendwas zu holen, was ich vergessen habe. Also heißt es, vor der Reise genau überprüfen, ob alles dabei ist! Da wir meistens mit dem Wohnmobil unterwegs sind, sieht das etwas anders aus. Ich packe gern schon mal ein Objektiv zuviel ein, weil der Platz oder auch das Gewicht eigentlich eine untergeordnete Rolle spielt. Hier will ich nun nicht langweilen mit der Auflistung meines Equipments, da jeder wohl da seinen eigenen Plan hat. Nur soviel sei gesagt: Stativ und Graufilter sind in der letzten Zeit eigentlich immer dabei, da sich meine Fotografiergewohnheiten insofern geändert haben, dass ich mittlerweile unter anderem gerne Langzeit- und TimeLapseaufnahmen mache. Es ist natürlich immer etwas umständlich, ein Stativ mitzunehmen, aber es wird derzeit eine Vielzahl von extrem leichten und auch kompakten Reisestativen angeboten, die in der Regel ihren Zweck erfüllen. Allgemein gilt aber, dass das Equipment auf der Reise nie hinderlich sein sollte. Dann nämlich würde man schnell den Spaß an der Reisefotografie verlieren.

Langzeitaufnahme - nur mit Stativ und Graufilter möglich
Langzeitaufnahme – nur mit Stativ und Graufilter möglich

♦ Hab ich mir Gedanken gemacht, welchem Zweck meine Reisefotos dienen sollen? Da gibt es ja nun mal die unterschiedlichsten Zielsetzungen. Die meisten (und zu denen zähle ich mich auch) wollen einfach nur einen Ablauf der Reise dokumentieren zu Erinnerungszwecken. Das bedeutet aber nicht, dass man „nur“ möglichst viele Fotos schießt, sondern auch hier wird jeder seine eigenen Ansprüche haben. Somit gibt es auch nicht die klar definierte Reisefotografie. Aber gerade wenn man aus dem oben genannten „Erinnerungsaspekt“ auf seiner Tour fotografiert, gilt es, auch die ungewöhnlichen Ereignisse oder Orte festzuhalten und nicht nur die typischen Postkartenmotive „nachzufotografieren“.

Reisefotografie
HDR
Perspektive
Perspektive

Hier findet ihr einige „Diashows“ unserer letzten Reisen…….

 

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