Loire

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Von Orléans bis Tours

Route entlang der Loire
Route entlang der Loire

Auf dem Weg zur Küste entschließen wir uns, ein paar Tag an der Loire zu verbringen und dieses oder jenes Schloss zu besichtigen. Da fast jede Gemeinde einen Wohnmobilstellplatz eingerichtet hat und es auch an Campingplätzen oft in bester Lage direkt am Fluss nicht mangelt, haben wir keine feste Tour geplant und lassen es offen, wo wir jeweils Station machen.

Oréans
Blick auf die Kathedrale von Orléans

Orléans steht jedoch als erstes Etappenziel fest, gerade weil das Wetter sich für einen Stadtbesuch anbietet. Wir steuern einen Campingplatz in einem kleinen Dorf etwas außerhalb von Orléans an, der trotz seiner schönen Lage und der guten Ausstattung nicht teurer ist als so mancher einfache Stellplatz in Deutschland. Dass dieser Campingplatz  ein paar Kilometer weiter weg von unserem eigentlichen Ziel liegt, ist uns relativ egal, da wir mit unserem Roller doch sehr mobil und flexibel sind. Das bringt auch noch den Vorteil mit sich, dass wir während dieser Fahrt noch einmal andere Einblicke in die Landschaft bekommen.

Kathedrale Sainte-Croix d’Orléans
Kathedrale Sainte-Croix d’Orléans

Besonders interessiert sind wir, die Kathedrale zu sehen, die sehr beeindruckend sein soll. Bei unserer letzten Reise in die Normandie haben wir die Kathedrale in Rouen besucht und waren sehr fasziniert. Auch hier ist der Eintritt frei, was mittlerweile längst nicht mehr selbstverständlich ist. Sehr angetan sind wir von dem  nachgotischen Baustil, wobei besonders die schönen Holzvertäfelungen im Chorbereich auffallen. Bis zur Fertigstellung des heutigen Erscheinungsbildes dauerte es insgesamt fast 230 Jahre, woran man vielleicht ablesen kann, welch Gesamtkunstwerk die Kirche darstellt. Sehenswert!

Natürlich hat die Stadt noch wesentlich mehr zu bieten als nur die Kathedrale Sainte-Croix d’Orléans. So kann man zum Beispiel auf den Spuren von Jeanne d’Arc wandeln und unter anderem ihr Wohnhaus besichtigen, in dem heute ein Museum untergebracht ist.

Altstadt von Orléans
Altstadt von Orléans

Uns hat es besonders gefallen, durch den mittlerweile wieder sehr gut hergerichteten Altstadtkern zu laufen – schmale Gassen, großzügige Plätze, kleine Bars, Cafés und Restaurants – diese Mischung macht es, dass man die Atmosphäre, die die Stadt ausstrahlt, aufsaugen kann. Nichts zu spüren von der Hektik, die Städte in dieser Größe ansonsten auszeichnet. 

Und dann ist da natürlich noch die Loire – mittlerweile zu einem Flüsschen angewachsen, so dass kleine Raddampfer zu einer Bootstour einladen. Wir spazieren etwas auf der „Uferpromenade“ den Fluss entlang, der auch hier einen sehr natürlich belassenen Eindruck macht, obwohl er fast mitten durch die Stadt verläuft.

Loire - Ufer
Loire – Ufer

Schon nach einigen Stunden hat die Loire uns in ihren Bann gezogen und man kann langsam nachvollziehen, warum sich in dieser Gegend so viele Schlösser und Schlösschen befinden – auch wenn es da natürlich noch andere Gründe gibt.

Als wir zurück zum Wohnmobil fahren, sind wir uns sicher, dass es nicht unser letzter Besuch in Orléans war……..

Am nächsten Tag fahren wir weiter am Schloss Chambord vorbei, dem größten der vielen Loire-Schlösser. Obwohl wir uns das Schloss dieses Mal nicht wieder von innen ansehen wollen, nehmen auf dem Weg nach Blois die Route durch das ehemalige Jagdgebiet von Chambord – ein riesiger Park, der zum Wandern und Radfahren einlädt. Schon von der Straße hat man einen schönen Blick auf das Schloss und wir sind wieder einmal fasziniert von der Größe und Schönheit der Schlossanlage.

Loire
Loire

Nur gut 10 Kilometer vom Schloss entfernt zeigt die Loire ihre schöne Seite: hier mal der Blick auf eines der vielen Schlösser, dort ein kleiner Hafen mit den für die Loire so typischen Booten oder aber eine kleine Insel im Fluss mit den hellen Sandbänken, auf denen sich ab und an Kanuten ihre wohlverdiente Pause gönnen.

Dorf an der Loire
Dorf an der Loire

In den kleinen Dörfern selber ist man ab und zu erschrocken von den Auswirkungen der Landflucht, die man überall in Frankreichs Norden deutlich erkennt. Leerstehende Wohnhäuser dem Verfall nahe, geschlossene Einkaufsläden und nur noch ein paar alte Menschen, die sich zum Boulespiel treffen.

Wir fahren bis in die Nähe von Blois. Dort suchen wir uns einen Campingplatz direkt an der Loire gelegen, der in den nächsten Tagen Ausgangspunkt für diverse Unternehmungen sein soll. So starten wir am darauffolgenden Tag zu einer ausgedehnten Radtour auf dem La Loire à Vélo, wobei wir immer wieder kleine Stops einlegen, um die unberührte Landschaft an Europas letztem unbegradigten Strom zu genießen oder einfach nur in einer der leider immer weniger gewordenen kleinen Bar-Tabac einen Kaffe zu trinken. Früher sah man in jedem Dorf Boulangerie, Boucherie, das grün blinkende Apothekerkreuz und den rot leuchtenden Tabac-Rhombus – dieses für uns so typische Bild des französischen Dorfes wird leider immer seltener.

Château de Chaumont
Château de Chaumont

Wir befolgen bei dieser Tour den uns selbst auferlegten Rat, nicht zu viele Schlösserbesichtigungen mit ins „Programm“ zu nehmen. Einerseits ist man bald übersättigt, und der „Wow-Effekt“ fehlt, andererseits reißen Eintrittspreise von 25 € aufwärts (pro Person) schnell ein Loch in die Urlaubskasse. Diesen Preis zahlt man auch für Château de Chaumont, das aber gerade wegen des angeschlossenen Parks, der als Englischer Landschaftsgarten angelegt ist, sehr lohnenswert ist.

Obwohl wir unsere Tour nicht vorher festgelegt oder durchgeplant haben, war ein Reiseführer über die Schlösser des Loire-Tals sehr hilfreich. Nur so konnten wir unseren Vorlieben entsprechend uns für oder gegen eine Besichtigung entscheiden. Geholfen hat uns da der DuMont Kunst-Reiseführer Tal der Loire.


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