Rouen

rouen B

Nachdem wir die Alabasterküste (Côte d’albatre) in der Normandie von Le Tréport aus bis nach Étretat erkundet haben, treten wir unsere Heimreise an, wollen aber noch einen Abstecher durchs Landesinnere machen und dabei die Abbaye Jumieges besichtigen und uns Rouen ansehen, die Stadt in der Jeanne D’Arc, die Nationalheldin der Franzosen, im Jahre 1431 den grausamen Tod auf dem Scheiterhaufen erlitt.

Altstadt von Rouen
Altstadt von Rouen

Dass die erste Eisenbahnlinie Frankreichs von Paris aus hierher führte und Francois Hollande hier geboren wurde, erfahren wir erst später. Uns interessieren vor allem die Altstadt mit den Renaissancebauwerken bzw. Fachwerkhäusern und natürlich die Kathedrale, die zu den bedeutendsten Beispielen gotischer Baukunst Frankreichs zählt.
Wir fahren zum Camping L’aubette, wo uns der Besitzer in sein Haus winkt und dort in die Bauernstube führt, die unter anderem auch als Rezeption dient. Auch sonst haben wir eher das Gefühl, auf einem Bauernhof zu übernachten, als auf einem Stadtcampingplatz. Die Ausstattung aber reicht uns für eine Nacht, zumal wir uns zügig zur nahe gelegenen Bushaltestelle begeben, um in die Innenstadt zu fahren, wo uns die malerische Altstadt mit ihrer Fachwerkromantik in Empfang nimmt.

Fachwerkromantik
Fachwerkromantik

Hier stößt man natürlich immer wieder auf die Geschichte der Johanna von Orléans, der „eisernen Jungfrau“, deren Namen natürlich auch die Kirche trägt, die an der Stelle auf dem Alten Markt steht, wo sie verbrannt wurde. Eine neue Attraktion ist zweifellos das Historial Jeanne d’Arc, welches dem Besucher durch neueste Technik unterstützt die Geschichte der Johanna näherbringt – absolut empfehlenswert!
Ein weiteres absolutes Highlight ist die Kathedrale von Rouen, die Cathédrale primatiale Notre-Dame de l’Assomption de Rouen, wie sie offiziell heißt. Schon Claude Monet war von der Kathedrale so fasziniert, dass seine Bildserie Kathedrale von Rouen, die den Kirchenbau bei verschiedenen Lichtverhältnissen darstellt, zu seinen wichtigsten Arbeiten zählt. Uns erstaunt immer wieder, dass die Sakralbauten in Frankreich oft auch „zweckentfremdet“ werden.

Abbatiale Saint-Ouen
Abbatiale Saint-Ouen

So findet man oft Ausstellungen von lokalen Künstlern oder aber auch Collagen oder Ähnliches von Kindern, natürlich meistens mit Bezug auf die Probleme, die die Welt betreffen.
Dass Rouen nicht nur alte Gemäuer zu bieten hat, sondern als Studentenstadt eine Menge Leben ausstrahlt, merkt man überall. Sich zur Spontanparty  auf dem Place du Général du Gaulle versammelnde Jugendliche oder aber Bars und Cafés, in denen nicht nur die ältere Generation von alten Zeiten erzählt, zeugen davon. Trotz dieses pulsierenden Lebens in der Stadt ist eine gewisse Gelassenheit unübersehbar und Hektik mag schon gar nicht aufkommen.

Altstadt
Altstadt

Als wir zurückfahren wollen zu unserem Wohnmobil, erfahren wir, dass wegen eines Streiks der öffentliche Nahverkehr für 2 Stunden ruht, so dass wir die Zeit in einer kleinen typisch französischen Bar bei einem Pastis verbringen und uns diesen Laissez-Faire-Lebensstil zumindest für diese Zeit „aneignen“.

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